Ein Flugzeug zu erfinden, ist nichts. Es zu bauen, ein Anfang. Fliegen, das ist alles. (Otto Lilienthal)
Ein Flugzeug zu erfinden, ist nichts.Es zu bauen, ein Anfang. Fliegen, das ist alles.(Otto Lilienthal)

Der Sachsenbergschwarm – Platzschutzstaffel des JV 44

Der Jagdverband 44 (“JV 44”) war eine mit Me 262 ausgerüstete Jagfliegereinheit, die von Februar bis April 1945 von München-Riem aus im Einsatz stand. Kommandiert von Adolf Galland und später Heinrich Bär, erzielte der JV 44 in seiner kurzen Einsatzzeit von nur 11 Wochen 24 Siege im Luftkampf bei dem Verlust von 3 eigenen Maschinen.

 

Die Me 262 benötigte triebwerksbedingt lange Start- und Landestrecken und war in diesen Phasen recht schwerfällig und so äußerst verwundbar. Schnell machten sich alliierte Jagdflieger diesen Umstand zu nutze und fingen die Turbos bei Starts und Landungen ab.

Der Platzschutz sollte kurz vor dem Start der Me 262 aufsteigen und den Luftraum um den Fliegerhorst von feindlichen Maschinen säubern, d.h. gegnerische Jagdflieger abschießen oder zumindest abdrängen.

Nach dem Start der Me 262 kehrte der Platzschutz in den Bereitstellungsraum zurück. Die Kämpfe fanden meist in einer Höhe von 500m statt.

Teile des JG 52 und 54 wurden für diese Aufgabe abgeordnet und Galland wählte persönlich die Flugzeugführer für seinen Platzschutz aus.

Es entstand der sog. “Sachsenbergschwarm”, benannt nach Leutnant Heinz Sachsenberg, dem Schwarmführer.

Geflogen wurden Maschinen vom Typ Fw 190 D-9 und D-11.

Die Einheit bestand aus ursprünglich fünf Flugzeugen (2xD-11, 3xD-9), wobei nur vier als “Sachsenbergschwarm” bekannt sind.

Dieser setzte sich wie folgt zusammen:

 

Fw 190 D-9 “Rote 1”, geflogen von Leutnant Heinz Sachsenberg
Fw 190 D-9 “Rote 3”, geflogen von Hauptmann Waldemar Wübke

Fw 190 D-11 “Rote 4”, geflogen von Leutnant Karl-Heinz Hoffmann

Fw 190 D-9 “Rote 13”, geflogen von Oberleutnant Klaus Faber.


Die fünfte und auch kaum dokumentierte Maschine war eine Fw 190 D-11 “Rote 2”, vermutlich geflogen von Feldwebel Bodo Dirschauer. Operiert wurde von München-Riem und später Ainring (Oberbayern) aus.
Um bei ihren Einsätzen nicht irrtümlich von der eigenen Flak beschossen zu werden, erhielten die Doras der Platzschutzstaffel einen auffälligen Unterbodenanstrich. Dieser bestand aus seiner ganzflächigen Bemalung in Rot, durchzogen von weißen Streifen. Die Lackierung erfolgte vor Ort per Hand durch die Wartungsmannschaften. Diesem Anstrich verdankt der Sachsenbergschwarm seinen Spitznamen “Papageistaffel”, wobei diese Bezeichnung erst nach dem Krieg entstand.


Eine weit verbreitete Angewohnheit aller Jagdflieger, ganz gleich welcher Nationalität, war die Verzierung ihrer Maschinen mit aufgemalten Figuren und/oder Slogans. Auch die Piloten des Platzschutzschwarms frönten dieser Tradition.

Auf Sachsenbergs Maschine stand: "Verkaaft's mei Gwand I foahr in Himmel".

Wübke gab auf seiner Dora bekannt: "Im Auftrage der Reichsbahn". Hoffmanns Flugzeug zierte der Satz: "Der nächste Herr, dieselbe Dame".

Und auf Fabers D-9 prangte die Zote: "Rein muss er. Und wenn wir beide weinen!".

 

Wegen der vorstossenden alliierten Truppen musste der JV 44 Anfang Mai 1945 nach Salzburg-Maxglan verlegen, wobei die "Rote 1" und die "Rote 13" einsatzuntauglich zurückgelassen wurden.
Die übrigen Doras wurden dann bei Kriegsende in Salzburg kurz vor Eintreffen von US-Truppen unbrauchbar gemacht.

 

Hier möchte ich nun alle Protagonisten des "Sachsenbergschwarms" im Maßstab 1:32 präsentieren. Die Bausätze stammen von Hasegawa, Decals von Eagle Cals und aus den Kits. Für die notwendigen Änderungen von der D-9 zur D-11 (Rote 4 und Rote 2) kam ein Umbausatz von Montex zum Einsatz.
Zum Bau der Roten 2 werde ich hier noch zur gegebenen Zeit einen Bildbericht einfügen.

Fw 190 D-9 "Rote 3"

Fw 190 D-9 "Rote 3", geflogen von Hauptmann Waldemar Wübke.
Persönlicher Slogan: "Im Auftrage der Reichsbahn".

Fw 190 D-11 "Rote 4"

Fw 190 D-11 "Rote 4", geflogen von Leutnant Karl-Heinz Hoffmann.

Persönlicher Slogan: "Der nächste Herr dieselbe Dame".

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